Scenario-Planning für die Zukunft des Autos

13.06.2019

Wie kommunizieren Mensch und Automobil in der Zukunft? Welche Anforderungen stellt autonomes Fahren an Infrastruktur und das komplexe Ökosystem einer Stadt? Wie werden sich Technik, Design, Medien und Serviceangebote dadurch verändern?

Diese Fragen stellten sich am 16.05.2019 die 40 Teilnehmer*innen des eintägigen Auftaktworkshops des Projekts „Das Auto als Kommunikationsplattform der Zukunft“. Ziel des von LEONARDO geförderten Projekts ist es, neuartige Fahrzeugkonzepte in erlebbarer Prototypenform zu entwickeln und zu erproben.

Initiiert wurde das Projekt von Professoren der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm: Prof. Dr. Alexander von Hoffmann, Prof. Yves Ebnöther, Prof. Markus Kaiser und Prof. Dr. Alexander Hahn. Neben den vier Professoren unterschiedlicher Fachrichtungen nahmen am Workshop 30 TH-Studierende der Studiengänge Media Engineering, Medizintechnik, Elektronik und Informationstechnik, Technikjournalismus und Betriebswirtschaft teil.

Den Workshop eröffneten die vier Professoren mit Impulsvorträgen:
Alexander von Hoffmann präsentierte, welche menschlichen Sinneswahrnehmungen für die Kommunikation mit elektrischen und autonomen Fahrzeugen in der Zukunft eine Rolle spielen werden und warum visuelle und auditive Signale dabei besonders wichtig sein werden.

Aus der Sicht des Designs stellte Yves Ebnöther gestalterische Metaphern vor, die unser heutiges Bild vom Automobil prägen, um zukünftiges Auto-Design in Anbetracht von Herausforderung wie reduziertem urbanen Raum, ökologischem Bewusstsein oder dem Auto als Statussymbol zu hinterfragen.

Markus Kaiser stellte sieben Thesen vor, warum das Auto dank der aktuellen digitalen Entwicklungen wie Virtual Reality die zentrale Mediennutzungsplattform werden kann.

Die Nutzer*innenerfahrung beim autonomen Fahren, sowohl als rein physisches Erlebnis als auch Vehikel für neue wirtschaftlich interessante Angebote und Services, war der Fokus von Alexander Hahns Vortrag.

Den Abschluss des ersten Teils bildete ein Projekte-Pitch, bei dem fünf studentische Gruppen aus der Fakultät Elektrotechnik Feinwerktechnik Informationstechnik ihre aktuellen Arbeiten zum Thema Acoustic Vehicle Alerting System vorstellten.

Im anschließenden LEONARDO-Kreativworkshop konnten Studierende und Lehrende gemeinsam Anforderungsparameter und Visionen für den Bereich Automotive, Infrastruktur und Kommunikation zu drei Zukunftsszenarien (den Jahren 2020, 2030 und 2040) erarbeiten.

Dazu wurden vier interdisziplinäre Gruppen zu den Themen Sound & Light, Design, Content und Marketing gebildet. Die Gruppe Sound & Light erfasste in einem Walking Seminar Ton- und Lichtsignale im Straßenverkehr, um anschließend die gesammelten Daten gemeinsam bezüglich ihrer Wirkung auf den Menschen zu diskutieren.
Die Gruppe Design erstellte spekulative Moodboards mit Fotos und groben Skizzen zu den drei Szenarien, um Form und Oberfläche eines Autos in Zusammenhang mit menschlichem Verhalten herauszuarbeiten. In der Gruppe Content erstellten drei kleinere Teams Storyboards, um die Berührungspunkte zwischen Mensch, Auto und Mediencontent darzustellen.
Die Gruppe Marketing ermittelte anhand der Point of View-Technik unterschiedliche Stakeholder-Gruppen und deren wechselseitigen Anforderungen an die unterschiedlichen Autos in ihrer Umwelt.

Nach abschließenden Präsentationen der vier Gruppen konnten die Teilnehmer*innen in einem kurzen World Cafe-Sprint ihre eigenen Visionen zum Thema Mensch und Automobil in den Jahren 2020, 2030 und 2040 aufs Papier bringen.

Tags: